Überlegtes Vorgehen statt Hysterie

Die Absage des Rosenmontagszugs in Orsoy kommentiert die GRÜNE Fraktion in Rheinberg so:

15.01.16 – von Grüne Fraktion –

Die Absage des Rosenmontagszugs in Orsoy kommentiert die GRÜNE Fraktion in Rheinberg so:

Aus der regionalen und nationalen Presse war gestern zu entnehmen, dass der Rosenmontagszug in Orsoy abgesagt werden muss. Eine Beteiligung der Rheinberger Politik dazu im Vorfeld hat nicht stattgefunden, eine zeitnahe Information der Politik durch die Verwaltung ist ebenfalls nicht erfolgt.

Insofern lassen sich zur Beurteilung der Ereignisse nur die in den Medien und auf der Homepage der Stadt Rheinberg veröffentlichten Hinweise und Verlautbarungen heranziehen.

Zunächst einmal ist nachvollziehbar, dass ein Sicherheitskonzept für eine solche größere Veranstaltung gefordert wird. Irritierend ist jedoch der Zeitpunkt. Seit Monaten schon ist bekannt, dass eine Zentrale Unterbringungseinrichtung in Orsoy Ende 2015 in Betrieb genommen werden sollte, auch die Planung eines Rosenmontagszugs in Orsoy ist seit November letzten Jahres bekannt. War da nicht hinreichend Zeit für die Erstellung eines solchen Konzeptes?

Interessant wäre auch zu wissen, woran das Konzept scheiterte. Ist z.B. die personelle Präsenz von Ordnungsbehörde/Polizei nicht gewährleistet?

Dass Orsoy verkehrstechnisch nicht auf einen Rosenmontagszug vorbereitet sei, ist ein kaum nachvollziehbares weiteres Argument. Hat es denn diesbezüglich nicht im Vorfeld der Rosenmontagsplanung Abstimmungsgespräche zwischen Karnevalsverein und Ordnungsbehörde gegeben?

Das Hauptproblem scheinen die Behörden aber offenbar in der Gemengelage von Zuwanderern, ZUE und alkoholisierten Personen zu sehen. Dies aber ist eine bedenkliche Vermengung von unterschiedlichen Ereignissen und Personengruppen.

Einen Zusammenhang zwischen den Vorkommnissen in Köln und Großveranstaltungen wie dem Orsoyer Umzug herzustellen würde bedeuten, eine bestimmte Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht zu stellen. Dies wäre völlig inakzeptabel und würde Vorurteilen wie Ressentiments nur Vorschub leisten.

Probleme mit alkoholisierten Personen hat es bei Karnevalsumzügen auch in der Vergangenheit gegeben. Sind diese deshalb abgesagt worden? Nein, stattdessen hat man sich richtigerweise um Prävention bemüht. Und genau diese hätte man auch durch Vorabinformationen an Bevölkerung, Flüchtlinge und zu Beginn des Umzugs an die Teilnehmer und Besucher durchführen können.

Folgte man der Logik der Ordnungsbehörden mit ihrem Verweis auf die Problempunkte, müssten in Zukunft alle Veranstaltungen mit größerem Publikumszuspruch untersagt bzw. könnten nur mit kaum erfüllbaren hohen Auflagen genehmigt werden.

So sehr auch dem vorsorgenden Sicherheitsgedanken Rechnung zu tragen ist - wir sollten nicht in Hysterie verfallen. Pauschalisierungen und Generalverdächtigungen helfen hier nicht weiter.

Feiern, Feste und die Pflege des Brauchtums auch im öffentlichen Raum müssen weiterhin möglich sein. Viele Menschen freuen sich darauf, mit anderen zusammen fröhliche Stunden zu verleben.

Damit das in Zukunft auch so bleibt - dafür ist in der Tat Vorsorge zu treffen! 

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